Besuch eines Sportlers mit Beeinträchtigung im Sportunterricht

Leutschen

Besuch eines Sportlers mit Beeinträchtigung

Die Idee, dass Schülerinnen und Schüler mit Personen mit einer Beeinträchtigung in Kontakt kommen, ist keine neue. Solche Begegnungen werden unter anderem an den Religions-Thementagen geschaffen und stossen auf beiden Seiten auf hohes Interesse. Ein solches Erlebnis auch im Sportunterricht zu ermöglichen, sollte somit keine Schwierigkeit sein.

Beim Recherchieren im Internet stösst man dann auch schnell einmal auf PluSport, die Fachstelle für den Behindertensport in der Schweiz. Als Dachverband fördert sie Menschen mit Behinderung vom Breiten- bis hin zum Spitzensport. Für alle Zielgruppen, Altersklassen, Behinderungsformen, in unterschiedlichen Sportarten und stets mit dem Ziel der Integration und Inklusion.

Bei der Anfrage an PluSport nach der Möglichkeit eines Unterrichtsbesuches wurde speziell nach dem Speerwerfer Patrick Stoll gefragt. Die Idee bestand darin, die nicht ganz einfache Technik des Speerwerfens von einem Profi vorgezeigt zu bekommen. Trotz Unterschenkelamputation sind die sportlichen Erfolge von Patrick Stoll beeindruckend: Silbermedaille Weitsprung Paralympics 1996 in den USA, Bronzemedaille 200m Paralympics 1996 in den USA, Bronzemedaille Speerwurf IPC EM 2014 in Wales und mehrfacher Medaillengewinner an Weltmeisterschaften. Eine Persönlichkeit also, die den Schülerinnen und Schülern sicher auf mehreren Ebenen Eindruck machen wird.

In Koordination mit René Pfister, Leiter Events & Sponsoring, war ein Treffen rasch organisiert und der Besuch von Patrick Stoll konnte bei den Schülerinnen und Schülern angekündigt werden.

Am 21. Mai, besuchte Patrick Stoll drei Doppellektionen von drei unterschiedlichen Real- und Sek-Klassen. In der Vorstellungsrunde erzählte er von seiner Beeinträchtigung, dass ihm seit der Geburt der linke Fuss fehlt. Mit dabei hatte er mehrere Sport-Prothesen, welche von den Schülerinnen und Schülern genau studiert wurden. Im Anschluss begann die Lektion mit Aufwärmspielen, die sich in der Komplexität immer etwas mehr steigerten, und gingen danach in Wurf-Übungen mit Medizinbällen über. Bevor es nun aber an die mit Spannung ersehnten Speere ging, standen noch die letzten Auflockerungsübungen der Gelenke und Muskeln an.

Mit eigenem Speer in der Hand hörten die Schülerinnen und Schüler aufmerksam den Erläuterungen des Profis zu und bestaunten danach den Wurf des Speers, welcher in der Mitte des Fussballfeldes zum Stecken kam. Die Schülerinnen und Schüler mussten nun ernüchternd feststellen, was so einfach aussah, in der Tat extrem schwierig ist. Die Speere überschlugen sich, flogen fast quer und falls einer steckte, dann verkehrt herum. Nichtsdestotrotz war Spass und Eifer bei allen Beteiligten anzumerken und die Lektion ein voller Erfolg.

An dieser Stelle nochmals der herzliche Dank an Patrick Stoll und PluSport, welche dieses unvergessliche Erlebnis möglich gemacht haben.