„Berufung“, so hiess das Thema des Impulstages der 3. Oberstufe. Zunächst schauten wir uns die Berufung des heiligen Meinrads und seine Antwort darauf an. Aber auch die Gefahren machten wir uns bewusst, die es gibt, wenn Menschen irrtümlich meinen, im Auftrag Gottes zu handeln und dabei nicht einmal vor Mord und Totschlag zurückschrecken.
Dann ging es nach Einsiedeln, einem Dorf, das es in dieser Form und mit diesem Namen heute wohl nicht gäbe, hätte sich der heilige Meinrad seiner Berufung damals verschlossen. Nach einer Klosterführung und der Mittagspause, in der wir unter anderem kegelten und Billiard spielten, erzählten uns zwei Menschen von der Gemeinschaft der Seeligpreisungen über ihre Erfahrungen mit dem Anruf Gottes. Abgeschlossen wurde der Impulstag mit einem Gottesdienst, dem Pfarrer Kuzár vorstand und der von Gerhard Keller mit der Gitarre musikalisch begleitet wurde.
Suizid- Prävention, Steffis Krankheit, doch lebenswert? Krematoriumsbesuch und Besuch im oek, Aidspfarramt ZH, sowie bei Bestatter Hannes Steiner, bei Pfr. Jozef Kuzar, Seelsorger für Trauernde und Besuch bei Pfr. Dieter Gerster, Vorstandsmitglied Care-Team SZ und SMS-Seelsorge
Josy Hobi
Anlässlich des oekumenischen Impulstages der 2.Oberstufen Riedmatt, der jeweils Themen rund um den Tod beinhaltet - „Leben-Tod-Ewiges Leben“ - sprach auf Einladung der Kirchen Oskar Gmür über das kurze, und doch so wertvolle Leben seiner Tochter Steffi.
Steffi, die im Dezember 1986 mit der Erbkrankheit „Cystische Fibrose“ geboren wurde, war ein unbeschwertes, lebensfrohes, glückliches Mädchen. Sie spürte scheinbar, dass die Krankheit zu ihr gehörte. Das „Inhalieren, die Physiotherapie, Medikamente, dies alles gehörte für sie zur Tagesordnung. Steffi hatte einen unbändigen Lebenswillen. 1999 bekam sie als jüngstes Kind in der Schweiz eine neue Lunge. Für die ganze Familie begann damals eine wundervolle Zeit, da Steffi nun auf sovieles, auf das sie vorher verzichten musste,nun als junge Frau endlich auch erleben durfte. Gespannt hörten die Schüler/innen den Ausführungen Steffis Vaters zu. Denn das Schicksal von Steffi ging weiter. Leider bekam sie nach einigen Jahren dann die Diagnose: Krebs. Sie verstarb mit 19 Jahren.
Sie schrieb Tagebuch und bat damals ihre Eltern, dass sie ihr Tagebuch veröffentlichen sollten. Mit diesem Buch wolle sie anderen Menschen Mut machen. Eine tiefe Stille lag über der Aula Riedmatt, während Vater Oskar über das Leben seiner Tochter sowie das Befinden seiner ganzen Familie berichtete. Das Buch heisst:„Ich bin d Steffi-ich bin krank und trotzdem ist mein Leben lebenswert!“
Grosse Bewunderung von Seiten der Schüler wie Lehrern und Helfern erhielt O. Gmür für diesen so offenen Vortrag. Zum Schluss fügte er hinzu, dass die ganze Familie keinen Groll gegenüber dem Schicksal hege, sondern Gott danke für die Zeit, die sie mit Steffi erleben durften, und dass sie als Familie heute wirklich im Herzen Frieden empfinden.
Besuch von Angeboten in gemischten Gruppen
Nach der eindrücklichen Einführung in den Tag trennten sich die Schüler/innen in Gruppen in die verschiedenen Angebote des Tages. So besuchten je eine Gruppe das Krematorium Winterthur und Rüti ZH. Eine Gruppe besuchte das oekumenische Aidspfarramt Zürich, wo eine Betroffene junge Frau über ihr Leben mit der tötlichen Imunkrankheit Aids berichtete.
Ein letzter Liebesdienst
Eine weitere Gruppe besuchte Pfarrer Jozef Kuzar, der ihnen die Seelsorge für Trauernde näherbrachte, Fragen beantwortete und mit Weihrauch eine kurze Besinnung zum Schluss mit der Gruppe feierte.
Beruf, Berufung des Bestatters: Hannes Steiner
Zum letzten Liebesdienst und vielen Begebenheiten aus früheren Zeiten wusste Bestatter Hannes Steiner Interessantes den Schülern zu erzählen., Viele Requisiten wie Särge, Urnen, Kreuz etc. hatte er zur Erklärung in den Wollerauer Pfarreisaal gebracht. Für Ihn, der bereits als Zehnjähriger zwischen den Särgen herumgesprungen sei, sei der Tod etwas ganz natürliches. Er zeigte den Schülern die DVD aus Deutschland: „Der Beruf des Bestatters“!
Präventsion Suizid, Care-Team Vorstandsmitglied Pfr. Gerster und SMS Seelsorger
Neu wurde in den Impulstag das Thema Suizid, das vielfach als Stiefkind behandelt und tabuisiert wird, eingebaut. Da Depressionen nicht nur im Erwachsenenalter vorkommen, sondern jeden Menschen, auch Jugendliche und sogar Kinder treffen kann, ist es wichtig darüber zu reden. Pfr. Dieter Gerster erzählte den Jugendlichen im Pfarreisaal Lachen über viele Begebenheiten, über Einsätze, Zuhören, Hinweise geben usw. In Gruppenarbeit konnten sich die Schüler damit auseinandersetzen. Sie wurden von ihm darauf aufmerksam gemacht, dass sie vielleicht mit dem aktiven Zuhören bei Klassenkameraden oder der Weitergabe einer wichtigen Telefonnummer an Mitschüler, viel Gutes beitragen oder sogar einen Suizid verhindern können. Wichtig ist auf jedenfall, dass jede Schülerin, jeder Schüler weiss, dass er nicht allein ist, dem dies passieren kann und dass die folgenden Tel. Nummern immer auch anonym angerufen werden können.
Suizid und Suizidgefährdung: Darüber reden kann Leben retten ( Proschüre liegt im Riedmattschulhaus auf)
SMS_ Seelsorge: 076 333 0035/ www.seelsorge.net Erfahrene Seelsorger der ref. und Katholischen Kirche kümmern sich um Menschen in schwierigen Situationen und bieten sinnstiftende Beratung, ortsunabhängig und diskret an. Ein Netz das hält!